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Über die Pläne hinaus: Verbesserung des Kulturbahnhofs während der Bauphase

Die meisten Menschen denken, Architektur ende mit dem Beginn der Bauphase. Die Pläne sind abgeschlossen, die Genehmigungen erteilt, und ab diesem Zeitpunkt geht es nur noch um die Ausführung.


Doch dieses Projekt verlief nicht so reibungslos.


Die Bauarbeiten begannen kurz nachdem wir in das Projekt Kulturbahnhof Hohen Neuendorf eingestiegen waren. Die Umwandlung des Bahnhofs in ein Kulturzentrum war bereits in Gang gesetzt, sodass nur ein kurzer Zeitraum blieb, um das Design während der laufenden Bauphase zu entwickeln und zu koordinieren.


Unsere Rolle bei Archiformus bestand in erster Linie darin, die Bauarbeiten vor Ort zu steuern.


Kulturbahnhof: Der alte, sanierte Gebäudeteil sowie der neu hinzugefügte Gebäudebereich.
Kulturbahnhof: Der alte, sanierte Gebäudeteil sowie der neu hinzugefügte Gebäudebereich.


Kulturbahnhof: Area Programm
Kulturbahnhof: Area Programm


Doch sobald die Arbeiten vor Ort beginnen, können sich jederzeit neue Möglichkeiten ebenso wie neue Herausforderungen ergeben.


Anstatt das Design als festgelegt zu betrachten, haben wir gezielt nach Bereichen gesucht, in denen das Konzept noch verbessert werden konnte. Dieser Blog beschreibt, wie wir im Verlauf des Projekts eingegriffen und es weiterentwickelt haben.


Schaffung einer offeneren Veranstaltungshalle

Eine der größten Herausforderungen betraf den zukünftigen Veranstaltungsraum. Frühere bauliche Entscheidungen hätten dazu geführt, dass der Saal durch mehrere Stützen unterbrochen worden wäre, wodurch der Raum deutlich stärker eingeengt gewirkt hätte als ursprünglich vorgesehen.


Gemeinsam mit den Tragwerksplanern haben wir während der laufenden Bauphase die Lastabtragungsstrategie erneut überprüft. Durch den gezielten Einsatz zusätzlicher Stahlträger in kritischen Bereichen konnten wir die Anzahl der sichtbaren Stützen reduzieren und so eine klarere, flexiblere Halle für zukünftige Veranstaltungen und die öffentliche Nutzung schaffen.


Der Unterschied mag auf dem Papier gering erscheinen, räumlich hat er jedoch die Wirkung des Raums grundlegend verändert.


Erhalt der Deckenhöhe


Bei Renovierungsprojekten werden technische Systeme häufig zu einem Kompromiss. Lüftungskanäle, Leitungen und andere Installationen verschwinden in der Regel hinter abgehängten Decken, wodurch die Raumhöhe schnell reduziert wird und ältere Gebäude oft gedrungen wirken.


Wir haben uns bewusst gegen diesen Ansatz entschieden.


Stattdessen wurden die Lüftungssysteme sichtbar belassen und in die Gestaltung des Innenraums integriert. Dadurch konnten wir Deckenhöhen von bis zu 2,50 Metern erhalten und gleichzeitig die industrielle Atmosphäre des Gebäudes teilweise sichtbar bewahren.


Manchmal müssen technische Elemente nicht verschwinden. Sie können selbst Teil der Architektur werden.


Integration des automatisierten Bibliothekssystems


Die neue Bibliothek erhielt ein automatisiertes Rückgabesystem für Bücher, das in eine bereits finalisierte Fassadengestaltung integriert werden musste.


Anstatt es als sichtbaren technischen Anbau zu ergänzen, haben wir eine bestehende Blindfensteröffnung angepasst und das System direkt in die Gebäudehülle integriert. Dadurch wirkt der Eingriff zurückhaltender und fügt sich natürlicher in die historische Bausubstanz ein.


Verbesserung der Energieeffizienz in einem historischen Gebäude

Ein großer Teil von Renovierungsarbeiten spielt sich in Details ab, die den meisten Menschen nie auffallen.


Beim Kulturbahnhof umfasste dies die Koordination von Kalziumsilikat-Innendämmung, geothermischen Systemen sowie weiteren technischen Maßnahmen, die erforderlich waren, um die heutigen energetischen Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig die historische Bausubstanz zu respektieren.


Diese Entscheidungen sind weniger sichtbar als Oberflächen oder Materialien, spielen jedoch eine entscheidende Rolle für die langfristige Leistungsfähigkeit des Gebäudes.


Kleine technische Entscheidungen, die einen Unterschied gemacht haben

Einige der wirkungsvollsten Verbesserungen waren vergleichsweise klein.


Nach der Überprüfung der tatsächlichen betrieblichen Anforderungen des geplanten Bistros stellten wir fest, dass ein Fettabscheider nicht erforderlich war, wodurch sowohl Kosten als auch Komplexität reduziert werden konnten.


Zudem haben wir die Platzierung von 12 Photovoltaikmodulen auf dem Dach koordiniert, sodass die zusätzliche Last innerhalb der statischen Grenzen blieb und gleichzeitig die Nachhaltigkeitsziele des Projekts unterstützt wurden.


In den öffentlichen Bereichen wurden zudem mehrere sichtbare Rohrverkleidungen aus der Planung gestrichen, um die Innenräume optisch klarer und offener zu gestalten.

Ein Projekt kann sich auch während der Bauphase noch weiterentwickeln




Das Projekt Kulturbahnhof hat uns daran erinnert, dass Bau nicht das Ende des architektonischen Denkens bedeuten muss.


Selbst nach abgeschlossenen Genehmigungen und begonnenen Arbeiten vor Ort bleibt Raum, um Räume zu verbessern, Probleme sorgfältiger zu lösen und die spätere Nutzung und Wahrnehmung eines Gebäudes weiter zu verfeinern.


Für uns bedeutet Architektur nicht nur das Erstellen von Zeichnungen oder Konzepten. Es geht ebenso darum, lange genug involviert zu bleiben, um bessere Entscheidungen zu treffen, sobald ein Projekt zur Realität wird.






Übersetzt von AI

 
 
 

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